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BESCHLUß

AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT,
DEN MINISTERRAT,
DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION

VON DEN TEILNEHMERN AN DER EUROPÄISCHEN KONFERENZ
ÄLTERE FRAUEN UND SOZIALE AUSGRENZUNG:
PROBLEME / MACHTGLEICHSTELLUNG / AKTIONEN

EGMOND AAN ZEE, NIEDERLANDE
20. - 24. OKTOBER 1999

Die Teilnehmer an der Europäischen Konferenz, Ältere Frauen und soziale Ausgrenzung: Probleme / Machtgleichstellung / Aktionen erkennen hiermit den Beitrag an, den ältere Frauen zu ihren Familien, zu ihren Gemeinden und zur Gesellschaft leisten sowie das Recht der älteren Frauen, voll an allen Aspekten der Gesellschaft teilzuhaben und eine Stimme bei Entscheidungen auf allen politischen Ebenen zu haben.

Aus den Erfahrungen älterer Frauen und aus der aktuellen Forschung ergibt sich generell folgendes:

Aus diesen Gründen hat die Mehrzahl der Frauen im Alter eine Reihe von Nachteilen: niedriges Einkommen, schlechte Wohnver-hältnisse, unzureichende Gesundheitsversor-gung und Pflege, mangelnder Zugang zu Informations- und Kommunikationstechnolo-gie sowie zu Bildungsmöglichkeiten. Diese Nachteile sind eindeutig die Folge lebenslang mangelnder Gleichstellung und tragen in hohem Maße zur sozialen Ausgrenzung älterer Frauen bei.

Vor dem Hintergrund der Erfahrung älterer Frauen, dem derzeitigen Forschungsstand und den Schlußfolgerungen der Konferenz, rufen die Teilnehmer das Europäische Parlament, den Europäischen Rat und den Ministerrat einstim-mig auf, im Rahmen seiner derzeitigen Programme sowie bei der Entwicklung aller relevanten politischen Konzepte folgendes zu unternehmen:

  1. den Beitrag älterer Frauen zur Wirtschaft, zu ihren Gemeinden und zur Gesellschaft anzuerkennen;
  2. alle politischen Strategien und Programme aus einer Gender- und Lebenszeitperspek-tive zu betrachten, unter besonderer Berücksich-tigung eines gesicherten Einkommens und der Gesundheit in älteren Jahren;
  3. die Regierungen der einzelnen Staaten dazu aufzufordern, politische Konzepte zu entwickeln, die den Beitrag der Frauen aner-kennen, und zwar durch das Recht auf Bezug einer allgemeinen, angemessenen, staatlichen Rente, unabhängig von Beschäftigungs-zeiten und Personenstand;
  4. Programme zu entwickeln, um es älteren Frauen zu ermöglichen, ihre eigenen Interes-sen besser zu vertreten;
  5. sicherzustellen, daß ältere Frauen ihre Rechte als Staatsbürger voll ausüben und am öffentlichen Leben und an der politischen Entscheidungsfällung auf örtlicher und lan-desweiter Ebene teilhaben können, z. B. in den Bereichen Transport und Verkehr, Whonungs-bau und Umwelt;
  6. Positive Initiativen zu fördern, um die Diskriminierung älterer Frauen in nationalen Minderheiten und anderen besonders benach-teiligten Gruppen zu bekämpfen;
  7. Initiativen und Programme zu fördern, um die gleichmäßige Verteilung von Fürsorgepflichten zwischen Männern und Frauen zu erleichtern;
  8. Standards in Alten- und Pflegeheimen zu fördern, die die von den älteren Mitbürgern selbst aufgestellten Standards berücksichtigen, um Menschenwürde, Selbständigkeit und Wahl-freiheit zu garantieren, unabhängig von den finanziellen Umständen;
  9. die Teilnahme älterer Frauen an der Infor-mationsgesellschaft zu fördern durch Sensibi-lisierungskampagnen, Bildungsinitiativen und Ermöglichen eines Zugang zu erschwingliche Technologie, unter besonderer Berücksichti-gung sozial ausgegrenzter älterer Frauen;
  10. Aktionen zur Bekämpfung der Diskrimi-nierung im Gesundheitswesen aufgrund von Alter oder Geschlecht zu fördern und Regierungen zu ermutigen, ein ganzheitliches Konzept zu verfolgen, das neben dem Heil-ungsmodell auch Maßnahmen zur Vorsorge, zur Verbesserung und Erhaltung der Gesund-heit und zur Rehabilitierung umfaßt;
  11. aktive Forschung über die Situation älterer Frauen zu fördern; quantitative, nach Gesch-lecht und Alter analysierte und ausgewertete Recherchen; qualitative Studien, die die geschlechts- und kulturbezogenen Unter-schiede aufzeigen und so einen wesentlichen Beitrag zur Planung und Entwicklung von Dienstleistungen leisten;
  12. sicherzustellen, daß bei der Zusammenar-beit im Entwicklungsbereich mit dem Süden die Bedürfnisse älterer Frauen berücksichtigt werden;
  13. dafür zu sorgen, daß Regierungen die Interessen und Probleme älterer Frauen bei der Umsetzung der globalen Aktionsplattform von Beijing berücksichtigen.

 

Weitere Informationen sind erhältlich von:
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